Bagger sind die Könige unter den Baumaschinen. Mit scheinbar unerschöpflicher Kraft lösen und bewegen sie große Mengen an Fels, Geröll und anderem Gestein. Wie faszinierend wäre es da, selber hinter dem Steuer Platz zu nehmen und diese gewaltige Maschine zu kontrollieren?

Egal ob Sie einfach nur außergewöhnliche Fahrzeuge lieben oder mal etwas Neues ausprobieren möchten: Bagger fahren ist ein Erlebnis, das mit seinem Zusammenspiel von Geschick und Kraft Jung und Alt fasziniert. Und selbstverständlich ist dieses Abenteuer nicht nur Männern vorenthalten.

Voraussetzungen zum Bagger fahren

Für ein sicheres Bedienen der schweren Bagger müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. In Begleitung der Eltern dürfen, je nach Anbieter, auch Minderjährige im Führerhaus Platz nehmen.
  • Eine körperlich gute Verfassung sollte gegeben sein.
  • Ob ein Führerschein benötigt wird, hängt vom Anbieter ab. In der Regel ist er aufgrund der fachmännischen Begleitung nicht nötig. Einige Anbieter setzen jedoch einen Führerschein der Klasse B voraus. Darüber sollte sich im Vorfeld informiert werden.

Zudem sollte festes Schuhwerk sowie Kleidung, die schmutzig werden darf, getragen werden. Im Sommer empfiehlt sich eine Sonnenbrille. Bringen Sie doch eine oder zwei Begleitpersonen mit. Diese können Sie anfeuern und die ersten Bedienversuche mit einer Digitalkamera festhalten.

Verschiedene Bagger-Modelle

Bagger-fahren-Modelle
©shutterstock – Zhao jian kang

Bagger ist nicht gleich Bagger. Es gibt verschiedene Modelle, die individuelle Eigenschaften haben und somit verschiedenen Funktionen dienen. Hier eine kurze Übersicht der Bagger, die am häufigsten zum Fahren angeboten werden:

Planierraupe

Auch Bulldozer genannt. Dieser sogenannte Flachbagger fährt auf Ketten und hat vorne keine Schaufel, sondern ein Schild. Er wird zum Zusammenschieben, Aufhäufen und Verteilen von Material verwendet. Große Exemplare haben über 1000 PS. Planierraupen finden im Verkehrswegbau Anwendung.

Kettenbagger

Diese Bagger fahren ebenfalls auf Flach-Gliederketten. Ihr großes Gewicht wird somit gleichmäßiger verteilt. Vorne befindet sich eine Baggerschaufel oder ein Tieflöffel, mit der Gestein gelöst werden kann. Darüber hinaus gibt es auch Mini-Bagger. Diese sind teilweise nicht einmal einen Meter breit bieten somit Präzisionsarbeit auf engstem Raum.

Radlader

Bagger dieser Art fahren nicht auf Ketten, sondern haben tatsächlich kleine, gelenkte Räder. Von der Größe sind sie kompakt. Sie weisen vorne eine große Ladeschaufel auf, mit der sich über drei Tonnen Material von einem Ort zum anderen bewegen lassen.

Da nicht jeder Anbieter jeden Bagger in seinem Bestand hat, sollten Sie sich im Voraus über die Möglichkeiten vor Ort informieren.

Bagger fahren für Kids

Hier kommen die Kleinen groß raus: Nicht jeder muss bis ins Erwachsenenalter warten, um sich den Traum vom Bagger fahren zu verwirklichen. Auch für Kinder gibt es Möglichkeiten, Bagger zu bedienen. Das Mindestalter beträgt sechs Jahre. Da die Kinder in dem Alter viel zu klein für handelsübliche Bagger sind, gibt es für sie spezielle Angebote.

Manche Anbieter regulärer Baggerstunden für Laien lassen unter Aufsicht der Eltern auch Jugendliche an die Schalthebel und Pedale. In gesonderten Baggerparks für Kinder kommt dagegen die ganze Familie auf ihre Kosten. Zwei Parks dieser Art sind der Monsterpark in Rattelsdorf (im Landkreis Bamberg) und der Bagger-Park Emsland in Haren. Hier ein Überblick über die Leistungen:

Bagger-Park Emsland

  • Eintritt frei für den Bagger-Park und Kinderspielplatz
  • Geöffnet täglich von April bis Oktober
  • Preis für das Bagger fahren variiert je nach Bagger und Altersgruppe (15 bis 35 Euro pro Viertelstunde)
  • Angebot: Bagger-Diplom für Kinder und Jugendliche
  • ADAC-Mitglieder erhalten 15 Prozent Rabatt
  • Gruppenangebote sind erhältlich, unter anderem in Kombination mit einem Grillabend

Monsterpark Rattelsdorf

  • Freizeitpark mit Bauchmaschinenmuseum
  • Tagesticket für 18 Euro
  • Knapp 30 Attraktionen, wie die „Schatzsuche“
  • Exklusivbaggern für Erwachsene an großen Maschinen
  • Geöffnet freitags bis sonntags zwischen April und Oktober

Auf diese Weise lernen Kinder ihre Vorbilder aus dem Fernsehen, wie die Schaufelbagger Buddel und Baggi aus Bob der Baumeister, spielerisch kennen. Sie können dort nach Lust und Laune baggern und wenn sie abends erschöpft, aber glücklich ins Bett fallen, von zukünftigen Baustellen-Abenteuern und Baggerfahrten träumen.

Allgemeines zum Baggern

Bereits vor einigen Jahren hat man diese Wünsche wahrgenommen und eine Marktlücke genutzt. Mittlerweile gibt es in vielen Orten Deutschlands die Gelegenheit, einen Bagger selber zu fahren. Auch für Laien ist das ein sicheres Unterfangen. Zunächst erhalten die Bagger-Neulinge eine kurze Einweisung vom Fachmann bezüglich der Sicherheit und Steuerung des Geräts.

Sobald Sie erstmal wissen, mit welchen Hebeln die Baggerschaufel oder das –schild kontrolliert werden und wie sie Gas geben, kann das Abenteuer beginnen. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, können sie mit einem Bagger verschiedenes Gestein abbauen, transportieren und aufhäufen.

Ein solches Erlebnis dauert in der Regel rund eine Stunde. Sie glauben, das ist zu kurz? Wenn Sie beim Bezwingen der Maschine ins Schwitzen geraten, werden Sie das nicht mehr so schnell behaupten.