Fahrsicherheitstraining – So bekommen Sie mehr Sicherheit beim Fahren!

Fahrsicherheitstraining

Beim Fahrsicherheitstraining lernen Sie Ihr Fahrzeug von einer anderen Seite kennen. Fernab vom Straßenverkehr unterziehen Sie sich Trainingseinheiten, die normaler Weise nur Bestandteile von Sicherheitstrainings professioneller Fahrer sind.

In simulierten Extremsituationen bereiten Sie sich auf den Ausnahmefall vor. Aber auch für den alltäglichen Straßenverkehr erlangen Sie neue Sicherheit und frischen Ihre Fähigkeiten hinter dem Steuer auf.

Welche Fahrzeugklassen dürfen am Fahrsicherheitstraining teilnehmen?

An einem Fahrsicherheitstraining können Sie in allen Fahrzeugklassen teilnehmen. Dies gilt selbstverständlich für klassische Fahrzeugtypen wie PKW und Motorräder, aber auch für Nutzfahrzeuge wie Transporter oder Wohnmobile, mit Wohnwagen, Gespannen oder Anhängern.

Sind Sie Offroad-Fan und möchten Ihren SUV unter Geländebedingungen testen, können Sie unter Anleitung eines Profis Staub in hügeligem Gelände aufwirbeln. Dagegen bieten andere „Fun und Action-Programme“ Fahranfängern einen spannenden Tag mit Extremsituationen, um prägende Grenzerfahrungen hinter dem Steuer zu machen und die eigene Fahrsicherheit zu erhöhen.

Wer sollte ein Fahrsicherheitstraining absolvieren?

Fahrsicherheitstraining-Übungen
©shutterstock – Avigator Thailand

Ein Fahrsicherheitstraining für den PKW oder das Motorrad kann grundsätzlich von jedem absolviert werden, der einen gültigen Führerschein besitzt. Grundsätzlich gibt das Fahrsicherheitstraining für PKW und Motorrad in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für bestimmte Zielgruppen.

Bei den meisten Anbietern finden Sie Kompakt-, Basis-, Aufbau- und Intensivkurse. Welcher Schwierigkeitsgrad für Sie geeignet ist, klären Sie am besten mit dem Trainingsanbieter.

Daneben werden teilweise spezielle Fahrtrainings für Fahranfänger, Frauen, Senioren, Schwerbehinderte oder Sprit-Spar-Kurse angeboten; für alle, die einen besonders umweltfreundlichen Fahrstil lernen wollen. Als Motorradfahrer finden Sie ähnliche Kurse, zum Beispiel als Wiedereinsteiger nach einer längeren Fahrpause.

Für jede Zielgruppe ist ein Fahrsicherheitstraining eine wertvolle Erfahrung, um ein Fahrzeug in Extremsituationen sicher zu führen. Vom blutigen Fahranfänger bis zum alten Hasen hinter dem Steuer nehmen die Teilnehmer Rüstzeug für den Extremfall mit auf den Weg.

Wer einmal über die quere Fahrbahn bei Eis und Nässe geschleudert wurde oder mit dem Motorrad brenzlige Slaloms hinter sich gebracht hat, kann auch im Alltag gelassener fahren und gefährliche Situationen bereits im Voraus erkennen.

Das lernen Sie im Fahrsicherheitstraining für PKW und Motorrad

  • Extrem- und Gefahrensituationen richtig einschätzen
  • Kontrolle über das Fahrzeug erhöhen
  • Unterschiedliche Fahrbedingungen und Wettersituationen beherrschen
  • Den richtigen Umgang mit dem Fahrzeug auf nassen oder vereisten Fahrbahnen trainieren und verinnerlichen
  • Aquaplaning vermeiden und im Extremfall das Fahrzeug unter Kontrolle bringen
  • Richtiges Lenkverhalten bei Schnee und Eis
  • Gas und Bremswirkung richtig dosieren
  • Eigene Fähigkeiten besser abschätzen
  • Ängste abbauen und realistische Einschätzungen treffen

Wichtige Übungen im Fahrsicherheitstraining

Die Fahrsicherheitstrainings der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich oft nur marginal – die Übungen sind auf die möglichen kritischen Situationen im Alltag ausgerichtet und sollen Fahrer allgemein mehr Fahrsicherheit im Straßenverkehr geben.

Die folgenden Übungen sind häufige Bestandteile der Sicherheitstrainings für Auto- und Motorradfahrer.

IM PKW TRAINING IM MOTORRAD-TRAINING
Slalomfahren Ausweichen vor einem Hindernis
Richtige Sitzposition, Lenk- und Blicktechnik im Slalomparcours Richtiges Bremsen mit ABS
Training verschiedener Bremsmethoden Richtiges Lenken und richtiger Blick
Fahren auf leicht nassem Untergrund Sicheres Anfahren und Anhalten
Fahren auf glatter Fläche mit Hindernissen (ausweichen) Durch langsames Fahren Gleichgewichtssinn entwickeln
Kurvenfahrt auf nasser Fahrbahn Ausweichen und Bremsen in der Kurve
Fahren in der Kreisbahn (Fliegkräfte erfahren) Abbremsen bei größtmöglicher Verzögerung
Informationen zu Fahrphysik und Fahrzeugtechnik Optimierter Einsatz der Vorder- und Hinterradbremse
Simulation von Hindernissen mittels Wasserfontänen Übung verschiedener Kurventechniken
Abfangen eines zum “Ausbrechen” gebrachten Fahrzeugs durch Einsatz einer Schleuderplatte Richtige Blickführung

Wie läuft ein Fahrsicherheitstraining beim ADAC ab?

Fahrsicherheitstraining-ADAC
©shutterstock – Avigator Thailand

Zunächst beginnt das Fahrsicherheitstraining mit einer ausführlichen theoretischen Einweisung, in denen die Trainer erläutern, wo die Risiken in bestimmten Situationen liegen und wie sie kontrolliert und gemeistert werden können.

Die Teilnehmer erhalten Einblicke in die Fahrphysik und Fahrzeugtechnik, erlernen die allgemeinen Grundlagen der Fahrsicherheit, damit sie später gewisse Wirkungsweisen der Fahrmanöver besser verstehen. Zudem werden alle geplanten praktischen Übungen ausführlich durch die Trainer erläutert.

Dann schließt sich der praktische Teil an, auf den alle Teilnehmer immer sehnsüchtig warten. Je nach Kurs unterscheidet sich das Programm und variiert im Schwierigkeitsgrad.

Ab auf die Teststrecke

Endlich können Sie sich nach Lust und Laune auf den sicheren Trainingsanlagen und unter professioneller Anleitung austoben und ausprobieren, was Sie mit Ihrem PKW schon immer einmal machen wollten.

Für viele Teilnehmer stellen sich dabei auch Aha-Effekte ein, wenn PKW oder Motorrad ganz anders reagieren, als man es zum Beispiel aus Filmen kennt.

Von der Slalomfahrt bis zur Vollbremsung

Mit dem Slalomfahren im Parcours wird das stabile Führen des Fahrzeuges eingeübt. Dabei kommt es auch auf die richtige Sitzposition, Lenk- und Blicktechnik an, um im Notfall Hindernissen im Straßenverkehr unkompliziert und schnell ausweichen zu können.

Die richtige Blickführung und Sitzposition spielt auch für die verschiedenen Bremsmethoden bei nassem oder glattem Untergrund eine große Rolle.

Abfangen des Fahrzeugs üben

Mit Wasserfontainen werden auf den Trainingsanlagen Hindernisse simuliert, die es zu umfahren gilt. Auch die richtige Kurvenfahrt bei nassen und glatten Fahrbahnen will gelernt sein, wenn man ein Ausbrechen des Fahrzeugs verhindern will.

Für den Fall, dass das Auto zum Schleudern kommt, wird das richtige Abfangen auf einer Schleuderplatte eingeübt. Diese Platte zieht dem Auto durch ruckartige Bewegungen wortwörtlich den Boden weg und bringt das Fahrzeug ins Trudeln.

Ähnliche Übungen auch für Motorrad

Ähnliche Übungen gibt es auch beim Motorrad-Training, bei denen die Besonderheiten an die Zweiräder angepasst sind. Neben dem Ausweichen von Hindernissen wird korrektes Bremsen, Anfahren und Anhalten genauso geübt wie das Bremsen und Ausweichen in der Kurve. Der optimale Einsatz von Vorderrad- und Hinterradbremse, der selbst erfahrenen Motorradfahrern schwer fällt, gehört ebenfalls zum Programm.

Mit dem professionellen Coaching der Trainer erarbeiten Sie sich schließlich schrittweise eine sichere Fahrweise auch in extremen Situationen im Straßenverkehr. So können Sie nach Belieben Gas geben, heftige Lenkbewegung bei Nässe ausprobieren oder das Bremsen auf spiegelglatter Fahrbahn üben.

Dauer und Auswertung des Fahrsicherheitstrainings

In der Regel dauert das Fahrsicherheitstraining einen Tag lang. Nach dem Ende der praktischen Übungen erfolgt eine Auswertung und Nachbesprechung, bei der es für die einzelnen Teilnehmer noch wertvolle Tipps rund um die Fahrsicherheit und das Verhalten in brenzligen Situationen gibt. Nach Abschluss des Trainings erhalten Sie vom Anbieter ein Teilnahmezertifikat.

Tipp um Versicherungsbeiträge zu sparen

Das Teilnahmezertifikat des Sicherheitstrainings akzeptieren viele Kfz-Versicherungen als Argument, um die Versicherungsbeiträge etwas zu senken. Rabatte gibt es dabei nicht nur für Fahranfänger, sondern auch für routinierte Fahrer, die ein Sicherheitstraining absolvieren.

Bestehen Risiken für Fahrer und Fahrzeug?

Entscheiden Sie sich für ein Fahrsicherheitstraining mit dem eigenen Kraftfahrzeug, müssen Sie keine Sorge um Ihr Fahrzeug haben, solange Sie sich an die Anweisungen Ihres Trainers halten. Die entsprechenden Hinweise erhalten Sie laufend per Funk.

Die Trainings und Übungen werden sicher für Teilnehmer und PKW bzw. Motorrad bei moderaten Geschwindigkeiten durchgeführt und die speziellen Trainingsstrecken bieten großzügige Auslaufzonen, sodass das Risiko für Verletzungen und Schäden äußerst niedrig ist.

Durch das Fahrsicherheitstraining entsteht auch kein zusätzlicher Verschleiß am PKW oder Motorrad. Selbstverständlich sind Sie und Ihr Fahrzeug für die Dauer des Fahrsicherheitstrainings durch Ihre Kfz-Versicherung abgesichert. Auf die Trainingseinheiten wird zum Teil optional ein Vollkaskoschutz angeboten.

Grenzerfahrungen mit dem eigenen Fahrzeug

Das Fahrsicherheitstraining absolvieren Sie grundsätzlich mit Ihrem eigenen PKW oder Motorrad, um Ihr Fahrzeug in verschiedenen Situationen unter ungewohnten Bedingungen kennenzulernen. Auf diese Weise erfahren Sie, wie sich ihr eigener Wagen auf verschiedenen Fahrbahnbelägen, bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen und unter extremen Umständen verhält.

Dank auslaufender Trainingsanlagen können Sie Ihr Fahrzeug ohne Rücksicht auf den Straßenverkehr und andere Teilnehmer testen. Die meisten Anbieter stellen auch Leihwägen zur Verfügung, wenn Teilnehmer nicht mit einem eigenen Fahrzeug erscheinen können oder Angst um ihren Wagen haben. Fragen Sie in diesem Fall rechtzeitig vor der Kursbuchung nach.

Ich bin ein guter Fahrer – was bringt mir ein Fahrsicherheitstraining?

Jeder kann seine persönlichen Fahrfertigkeiten immer noch verbessern. Dies gilt nicht nur für Fahranfänger, sondern auch für langjährige Fahrer, bei denen sich oftmals falsche Verhaltensweise einschleifen, die möglicherweise zur Gefahr werden.

Selbstverständlich übt man beim Fahrsicherheitstraining auch außergewöhnliche Erfahrungen und Situationen ein, die in dieser Art und Weise weder von Fahrschulen vermittelt noch durch eigene Erfahrungen gesammelt werden können. Wer übt schon Vollbremsungen oder Verhalten bei Aquaplaning im Straßenverkehr? Wenn diese Situationen eintreten, ist es oftmals schon zu spät.

Durch ein Fahrsicherheitstraining und Coaching lernen Sie, kritische Situationen schon im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden. Wenn dies nicht mehr geht, müssen Sie in kürzester Zeit wichtige Entscheidungen und Maßnahmen treffen, um korrekt abzubremsen, auszuweichen oder den Schaden und das damit verbundene Verletzungsrisiko zu mindern.

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