Sie können sich zwischen Wasserski und Surfen nicht entscheiden? Dann probieren Sie doch Wakeboarden aus! Dieser Wassersport vereint nämlich das Beste aus beiden Sportarten: Sie reiten die Wellen mit Ihrem Wakeboard und werden von einem Motorboot oder einer Seilbahn gezogen.

Die vielen originellen Tricks, die so möglich wurden,  verleihen dem Trendsport eine individuelle Note. Dennoch kann Wakeboarden auch von Menschen ausgeübt werden, die absolute Wassersport-Neulinge sind. Mithilfe eines guten Gleichgewichtsgefühls und etwas Übung gleiten Sie schon bald am Ende des Zugseils über das Wasser.

Was ist Wakeboarden?

Wakeboarden ist eine Sportart, die Elemente aus dem Wasserski und dem Surfen vereint. Der Fahrer, auch Wakeboarder oder Waker genannt, wird auf einem Wakeboard stehend über das Wasser gezogen. Wie beim Wasserski, zieht ihn entweder ein Motorboot oder eine Seilbahn, Cable genannt, über das Wasser. Dabei hält er sich an einer Stange, der Hantel, am Zugseil fest.

Im Gegensatz zum Wasserski steht der Waker jedoch wie beim Surfen seitlich zur Fahrtrichtung. Ob der Waker dabei mit dem linken oder rechten Fuß vorne steht, kann er selbst entscheiden. Dieser ist zudem stets fest mit dem Board verbunden. Der Wakeboarder wird mit einer ungefähren Geschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde gezogen, mit dem Motorboot kann es auch etwas schneller sein.

Der Begriff Wakeboarden leitet sich ab vom englischen Wort Wake, dass die künstlich erzeugte Welle des Motorboots bezeichnet. Über diese gleitet der Wakeboarder auf seinem Brett und kann sie sogar als Sprungschanze nutzen. Denn beim Wakeboarden wird nicht nur über das Wasser geglitten – erfahrene Sportler vollführen eindrucksvolle Sprünge und Tricks.

Voraussetzungen für das Wakeboarden

Geeignet für das Wakeboarden ist jeder, der die folgenden körperlichen Eigenschaften mit bringt:

  • Mindestalter von sechs Jahren. Minderjährige benötigen das Einverständnis der Erziehungsberechtigten.
  • Nach oben besteht keine Altersgrenze, solange der gesundheitliche Zustand gut ist.
  • Keine Einschränkungen des Bewegungsapparates, bei Rückenleiden sollten Sie vorher einen Arzt konsultieren.
  • Sie sollten ein sicherer Schwimmer sein.

Erfahrungen im Snowboarden oder anderen Wassersportarten sind zwar hilfreich, aber keine Bedingung zum Erlernen des Wakeboardens.

Letztlich muss auch das Wetter mitspielen: Bei starkem Regen, Sturm und Gewittern ist die Ausübung dieses Wassersports nicht möglich. Aus diesem Grund haben die meisten offiziell zum Wakeboarden ausgeschriebenen Bahnen nur während der Sommermonate, von April bis Oktober, geöffnet.

Das Wakeboard

Wakeboards sind zwischen 111 und 147 Zentimeter lang und zwischen 38 und 50 Zentimeter breit. Die Größe des Boards richtet sich nach dem Körpergewicht des Wakers. Allerdings eignen sich längere und breitere Boards eher für Anfänger, da sie weniger Zugkräfte an den Wakeboarder abgeben.

Wakeboards unterscheiden sich in erster Linie in ihrer Biegung, die auch Rocker genanntwird. Es gibt zwei verschiedene Arten:

  • 3-Stage-Rocker: Das Brett ist vorne und hinten abgewinkelt, wodurch klare Kanten entstehen. Diese Art bietet eine große Stabilität.
  • Continuous Rocker: Diese Boards haben eine gleichmäßige, kontinuierliche Biegung. Dadurch verfügen sie über einen besseren Auftrieb und sind schneller. Zudem ermöglichen sie ein weicheres Fahren.

Des Weiteren haben verschiedene Wakeboards eine abweichende Anzahl an Führungskanälen (Channels) sowie unterschiedliche Finnen. Diese sind am vorderen und hinteren Ende des Boards angebracht und sind ähnlich einem Ruder, wobei sie feststehend sind.

Neben der Art des Wakeboards ist beim Kauf auch der richtige Boot ausschlaggebend. Dieser ist meist aus Neopren gefertigt und hat ein gepolstertes Fußbett. Die bequeme Passform ist wichtig. Sonst kann es zu Druckstellen oder Blasen kommen und schlimmstenfalls ist bei einer zu großen und lockeren Bindung die Sicherheit des Wakers nicht mehr gewährleistet.

Aus diesem Grund gibt es die Boots in verschiedenen Größen, die sich grob nach den Schuhgrößen richten. Sie sind zudem in weicheren und härteren Ausführungen erhältlich. Welche von beiden präferiert wird, ist Geschmackssache. Schlussendlich werden noch sogenannten Open Toe- und Closed Toe-Boots unterschieden.

Open Toe-Boots, die Sandalen ähneln, können fester geschnallt werden. Dabei wirkt sich der größere Druck nur auf den Spann des Fußes aus, bei Closed Toe-Boots dagegen ist dieser Druck gleichmäßiger verteilt.

Wakeboards und Zubehör zum Wakeboarden finden Sie in jedem Sportfachgeschäft, das über eine große Auswahl im Bereich des Wassersports verfügt. Zudem gibt es viele Onlineshops, wie Muhl WaterSports. Je nach Hersteller und Ausführung kostet ein Wakeboard zwischen 200 und 600 Euro und kann vielerorts auch geliehen werden. Ein Paar Boots kostet in etwa die Hälfte.

Die richtige Kleidung zum Wakeboarden

Zusätzlich zur normalen Badekleidung ist ein Neoprenanzug empfehlenswert. Er wird von vielen Anbietern sogar verlangt, wobei er auch vor Ort geliehen werden kann. Darüber hinaus ist das Tragen einer Schwimmweste in Deutschland Pflicht.

Auch das Aufziehen eines Helms ist, besonders bei der Durchführung von Sprüngen und anderen Tricks, als Kopfschutz für die eigene Sicherheit ratsam.

So halten Sie sich auf dem Brett: Tipps für das Wakeboarden

Wakeboarden-Board
©shutterstock – goldenporshe

Das Wichtigste beim Wakeboarden ist, das Gleichgewicht zu halten. Dies ist besonders beim Start schwierig. Hier einige Tipps, mit denen Sie sich auf dem Board halten:

  • Hilfestellung beim Start leistet eine Startbank. Die Hantel sollte auf Hüfthöhe gehalten und die Knie gebeugt werden.
  • Beim Anziehen der Zugleine die Körperspannung beibehalten und das Gewicht nach hinten verlagern.
  • Stets in Fahrtrichtung blicken.
  • Halten Sie sich möglichst immer hinter dem Boot und orientieren sich an der Bugwelle.
  • In Kurven dem Zug der Leine folgen, rote Bojentore sind eine zusätzliche Hilfe beim Kurvenfahren.

Haben Sie einmal den Start hinter sich gebracht, gestaltet sich das Wakeboarden als relativ einfach.

Tricks beim Wakeboarden

Wie bereits erwähnt, lassen sich auf dem Wakeboard eine Vielzahl an Tricks und Sprüngen ausführen. Generell wird unterschieden, ob für diese Sprünge eine Schanze, Kicker genannt, nötig ist, oder ob sie auf dem Wasser durchgeführt werden. In letzterem Fall spricht man von Spins. Darüber hinaus gibt es Tricks, die während der Fahrt auf der Wasseroberfläche gemacht werden.

Hier werden ein paar davon kurz vorgestellt:

Bunny Hop:Ein Sprung ohne die Hilfe einer Sprungschanze oder Welle, sondern lediglich durch Gewichtsverlagerung
Slideside:Das Wakeboard wird quer in die Fahrtrichtung gestellt, oft geht diesem Trick ein Bunny Hop voraus.
Surface 180:Das Wakeboard wird ohne Sprungbewegung um 180 Grad gedreht.
Surface 360:Ein Verlängerter Surface 180, bei dem das Board schlussendlich wieder in Fahrtrichtung steht. Schwierig dabei ist, die Hantel hinter dem Rücken umzugreifen.
Front Flip:Eine Art Radschlag mit angezogenen Beinen.
Tantrum:Ein Rückwärtssalto nach einem Sprung von der Schanze oder von einer Welle. Nur für absolute Profis.

Es gibt viele weitere Tricks und unter Improvisation entstehen im Freestyle ständig neue.

Sicherheitshinweise

Um Ihre Sicherheit und die der anderen Personen im Wasser nicht zu gefährden, sind folgende Sicherheitshinweise zu beachten:

  • Können Sie einem gestürzten Läufer oder einem Hindernis nicht ausweichen, lassen Sie die Leine los und setzen sich für ein sofortiges Stehenbleiben hin.
  • Falls Sie selber stürzen, richten Sie Ihren Blick auf die nachfolgenden Fahrer und schwimmen schnellstmöglich aus der Bahn.

Darüber hinaus ist den Anweisungen des Personals immer Folge zu leisten.

Bei schwerwiegenden Stürzen bei hoher Geschwindigkeit kann es unter Umständen zu leichten Verletzungen, wie Prellungen oder sogar zu schweren Verletzungen, wie Knochenbrüchen, kommen.

Kursangebot für Wakeboarden

Selbst wer schon Erfahrungen im Wasserski, Surfen oder Snowboarden hat, sollte sich niemals ohne vorherige Einweisung auf ein Wakeboard begeben. Viele Seilbahnbetreiber bieten Kurse im Wakeboarden an, die sich in ihrem Umfang und der Zielgruppe unterscheiden:

Schnupperkurse

  • Dauern häufig nicht länger als eine Stunde
  • Nach einer kurzen theoretischen Einweisung folgen erste Startversuche
  • Wirklich weit gefahren wird hier jedoch nicht, die Zeit auf dem Board ist oft nicht länger als zehn Minuten
  • Eignen sich als erstes Reinschnuppern oder für Fahrer mit Vorkenntnissen in anderen Wassersportarten

Anfängerkurse

  • Dauer von zwei bis vier Stunden
  • Theoretische Einweisung und „Trockenübungen“, zum Beispiel bezüglich der Bewegungsabläufe beim Start und der richtigen Körperhaltung beim Fahren
  • Mehrere Startversuche und Fahrtrunden
  • Bereiten auf zukünftige selbstständige Fahrten vor

Kurse für Fortgeschrittene

  • Dauer von zwei bis vier Stunden
  • Die Fahrttechnik wird perfektioniert
  • Erste Tricks werden unter Anleitung gelernt

Die Kurse finden in kleinen Gruppen statt. Wakeboard, Boots und der Neoprenanzug werden gestellt und sind im Preis inbegriffen. Dieser beläuft sich bei einem Schnupperkurs auf 30 bis 50 Euro, für den ausführlicheren Anfängerkurs sowie für den Fortgeschrittenenkurs wird in etwa das Doppelte fällig. Jugendliche erhalten in der Regel eine Ermäßigung.

Wakeboarden: Eine junge Sportart mit Potential

Entstanden ist das Wakeboarden in den 1980er Jahren. Gelangweilt von einer Windflaute, kamen amerikanische Surfer auf die Idee, sich von einem Boot auf ihren Brettern ziehen zu lassen. Im Jahr 2001 gab es erste offizielle Weltmeisterschaften im Wakeboarden, die in Duisburg ausgetragen wurden. Wakeboarden befindet sich auf der Short List für die Olympischen Spiele 2020, bei denen es als neue Disziplin eingeführt werden könnte.

Wakeskating

Ehemals eine Variante des Wakeboardens, ist das Wakeskating mittlerweile als eigenständige Sportart anerkannt, in der seit 2006 auch Deutsche Meisterschaften ausgetragen werden. Wie beim Wakeboarden lässt sich der Fahrer beim Wakeskating auf einem Wakeboard über das Wasser ziehen – nur ohne feste Bindung an das Board.

Somit greift diese neue Trendsportart Aspekte des Skateboardens auf, was sich besonders in der Vielfalt der Tricks zeigt. Wakeskating ist jedoch viel schwerer zu erlernen als Wakeboarden, da es mehr Körpergefühl verlangt.